Informationen über Hanf

Allgemeines
Hanf gehört zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt. Hanf wurde bereits vor 5000 Jahren zur Faser- und Ölgewinnung, aber auch wegen der schmerzlindernden Wirkung in Asien und in Ägypten kultiviert. Aus den einzelnen Bestandteilen der Pflanze (Fasern, Samen, Blätter, Blüten) und je nach Gattung können jeweils verschiedene Produkte hergestellt werden, wie zum Beispiel Seile (aus den Fasern der Stängel), Speiseöl (aus den Samen), ätherisches Öl (aus destillierten Blättern und Blüten), sowie Haschisch und Marihuana (aus getrockneten Triebspitzen weiblicher Pflanzen bzw. deren Harz). Einige Pflanzenteile des Hanfs haben psychotrope Wirkungen. Hanf enthält über 60 sogenannte Cannabinoide. Wichtigster Inhaltsstoff ist, neben Cannabidiol (CBD) und Cannabinol (CBN), das Δ⁹-Tetrahydrocannabinol (THC), welches für die psychotropen und anderen Wirkungen maßgeblich ist. Auf der gesamten Hanfpflanze, außer auf den Samen und Wurzeln, befinden sich Drüsenhaare, die ein cannabinoid-haltiges Harz produzieren. Der Gehalt an Cannabinoiden korreliert mit der Anzahl der Drüsenhaare. Diese sind in besonders hoher Dichte auf Blättern im Bereich der Blütenstände lokalisiert. Der Δ9-THC-Gehalt unterliegt in Abhängigkeit von der Hanfsorte und verschiedenen Umweltfaktoren großen Schwankungen. Man unterscheidet Varietäten vom Drogenhanf (Δ9-THC-Gehalt über 1 %; Cannabis indica LAM. (Indischer Hanf)) und vom Faserhanf (Δ9-THC-Gehalt unter 0,25 %; Cannabis sativa L. (Kultur- und Wild-Hanf)). Wegen des Gehalts an Cannabinoiden ist der Anbau von Hanf in den meisten Ländern gesetzlich geregelt. Der Anbau zur Fasergewinnung ist meist gestattet, da diese Sorten weitestgehend frei von psychotropen Inhaltsstoffen sind.

Hanfblätter sind kein Novel Food
Die europäische Kommission erlaubt die Verwendung der Hanfpflanze Cannabis sativa L. ausdrücklich:
In der Europäischen Union ist der Anbau von Cannabis sativa L. Sorten erlaubt, sofern sie im gemeinsamen „Sortenkatalog der Europäischen Gemeinsaft (EU) für landwirtschaftliche Pflanzenarten"; eingetragen sind und der Tetrahydrocannabinol (THC)-Gehalt nicht mehr als 0,2 % (w/w) beträgt. Einige Produkte, die aus der Cannabis sativa-Pflanze oder Pflanzenteilen wie Samen, Samenöl, Hanfsamenmehl, entfettete Hanfsamen gewonnen werden, haben in der EU eine Vorgeschichte des Verbrauchs und sind daher nicht neu. Andere spezifische nationale Rechtsvorschriften können das Inverkehrbringen dieses Produkts als Lebensmittel oder Lebensmittelzutat in einigen Mitgliedstaaten einschränken. Es wird daher empfohlen, bei den zuständigen nationalen Behörden zu prüfen.
(Quelle 
https://ec.europa.eu/food/safety/novel_food/catalogue/search/public/index.cfm)

Die Europäische Kommission sieht hingegen Extrakte aus Cannabis sativa L. und daraus hergestellte Produkte als Novel Food an:
Unbeschadet der Angaben im Katalog für neuartige Lebensmittel für den Eintrag zu Cannabis sativa L. gelten Extrakte von Cannabis sativa L. und daraus hergestellte Produkte, die Cannabinoide enthalten, als neuartige Lebensmittel, da eine Vorgeschichte des Konsums nicht nachgewiesen wurde. Dies gilt sowohl für die Extrakte selbst als auch für die Produkte, denen sie als Zutat zugesetzt werden (z. B. Hanfsamenöl). Dies gilt auch für Extrakte aus anderen Pflanzen, die Cannabinoide enthalten. Synthetisch gewonnene Cannabinoide gelten als neuartig.
(Quelle: 
https://ec.europa.eu/food/safety/novel_food/catalogue/search/public/index.cfm)

In unseren Produkten werden die Blätter der Pflanze Cannabis sativa L (Kultur- und Wild- Hanf) verwendet. Diese sind als Lebensmittel in der EU zugelassen1. Die Aussage, dass Hanfblätter als Lebensmittel klassifiziert werden können, begründet sich auf die Verwendung des Saatguts, welches gemäß der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung als „Hanfsorte für den ständigen Anbau“ gemäß Anlage 4 vom 15.12.2017 2 zugelassen ist, sowie THC-Gehalte < 0,2%. Gemäß der Veröffentlichungen der Europäischen Kommission handelt es sich somit bei
unseren Hanftees oder Tee-Mischungen, die Hanfblätter enthalten, um ein Lebensmittel – nicht um ein Novel Food.

Tetrahydrocannabiol (THC)
Für Lebensmittel existieren in der EU zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine einheitlichen Höchstgehalte für Δ9-THC. In Deutschland hat das Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV) im Jahr 2000 Richtwerte für maximale Δ9-THC-Gehalte in verschiedenen Lebensmittelgruppen veröffentlicht. Diese liegen bei: 
0,005 mg/kg für nicht-alkoholische und alkoholische Getränke, 
5 mg/kg für Speiseöle sowie 
0,150 mg/kg für alle anderen Lebensmittel 
und beziehen sich auf verzehrfertige Lebensmittel (BgVV 2000).3

Die Stellungnahme Nr. 034/2018 des BfR’s vom 8. November 2018 weist auf eine von der EFSA vorgeschlagene Akute Referenzdosis (ARfD) von 0,001mg je Kilogramm Körpergewicht hin. Diese Akute Referenzdosis beschreibt die Menge an Δ⁹- Tetrahydrocannabinol (THC), die kurzfristig aufgenommen werden kann, ohne dass psychomotorische und psychogene Effekte zu erwarten sind.

Cannabidiol (CBD)
Die mengenmäßig bedeutendsten Cannabinoide in der Hanfpflanze sind Tetrahydrocannabinol (THC), Cannabidiol (CBD) und Cannabinaol (CBN). Während THC die primäre psychoaktive Substanz unter den natürlichen Cannabinoiden ist, hat das durch Oxidation gebildete Abbauprodukt CBN keine psychoaktive Wirkung. CBD besitzt ein breites Spektrum an pharmakologischen Wirkungen und unterliegt pharmakodynamischen Wechselwirkungen mit THC (Karniol et al.1974, Zuardi 2008). Die wenigen publizierten Daten sind widersprüchlich und erlauben keine abschließende Beurteilung der einzelnen Wirkungen bzw. Interaktionen (EFSA 2015; Izzo et al. 2009). CBD als Arzneimittel wird bereits in klinischen Studien untersucht (O'Connell et al. 2017).

CBD ist praktisch unlöslich in Wasser. Daher sind zugelassene Arzneimittel Öl-haltig. Es gibt aktuell lediglich ein in den USA zugelassenes Arzneimittel names Epidiolex für die Therapie von Epilepsie bei Kindern. Es enthält 100mg CBD/ml. Die Dosierungsempfehlung lautet 2,5mg CBD/kg Körpergewicht. In Deutschland ist eine verschreibungspflichtige Ölige Lösung namens Sativex Spray® bei Krämpfen bei Multipler Sklerose zugelassen. Der Gehalt an CBD in diesem Spray beträgt 2,5/0,1ml = 1 Sprühstoß (neben THC von 3,8-4,4mg/0,1ml).

Hanfblätter oder Tee-Mischungen werden nicht direkt konsumiert, sondern mit heißem Wasser aufgegossen. Da der Aufguss konsumiert wird und CBD praktisch unlöslich in Wasser ist, zeigen sich im Aufguss sehr geringe CBD-Werte. Unserer Analysen zeigen CBD-Gehalte zwischen 13-58μg CBD /L, bei einer Einwaage von 1,6g Hanfblätter in 200ml kochendem Wasser und einer Ziehzeit von 10 Minuten. Von dieser geringen Dosierung sind keinerlei pharmakologische Wirkungen durch das CBD zu erwarten.

Selbstverständlich achten wir bei unserem Rohwarenkauf von Hanfblättern speziell auf die kritischen Inhaltsstoffe THC und CBD. Alle Waren, die die Wollenhaupt Tee GmbH erreichen, sind im EDV-System gesperrt und werden nur nach umfangreicher bestandener Prüfung freigegeben. Rohwaren, die die gesetzlichen oder darüber hinausgehende hauseigenen Qualitätsanforderungen nicht erfüllen, bleiben gesperrt. So ist sichergestellt, dass nur konforme Rohwaren für unsere Produkte verwendet werden.

Wollenhaupt Tee GmbH bestätigt hiermit, dass alle in den Verkehr gebrachten Tee- Produkte und Verpackungen, bei ordnungsgemäßer Anwendung, für den menschlichen Verzehr /Gebrauch geeignet sind und dem deutschen sowie EU-Lebensmittelrecht entsprechen. Kräuter- und Früchtetees müssen aus Gründen der Lebensmittelsicherheit und Qualität mit sprudelnd kochendem Wasser aufgegossen werden und mindestens 5 Minuten ziehen.

Mit freundlichen Grüßen

Wollenhaupt Tee GmbH
Qualitätssicherung


1 Inventory List of Herbals Considered as Food - THIE
2 https://www.ble.de/SharedDocs/Downloads/DE/Landwirtschaft/Nutzhanf/2017_Sortenliste.pdf?__blob=publicationFile&v=5

3 Stellungnahme Nr. 034/2018 des BfR vom 8. November 2018

Quelle: Schreiben der Qualitätssicherung der Wollenhaupt GmbH, Gutenbergstr. 33-35, 21465 Reinbek, Deutschland vom 21.Januar 2020